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Was mich bewegt.

Kultur ist kein Luxus. Sie ist Teil unserer demokratischen Infrastruktur. Wer Kultur schützt, schützt Offenheit. Wer Offenheit schützt, schützt Demokratie.

Porträt Ulrich Commerçon

Überall dort, wo autoritäre oder rechte Kräfte an Macht gewinnen, gerät Kultur sofort unter Druck. In Russland und im Iran werden Künstlerinnen und Künstler verfolgt, in den USA werden Bücher aus Schulbibliotheken entfernt, weil sie Geschichten über queere Jugendliche, über Rassismus oder über afroamerikanische Geschichte erzählen. Autokratische Systeme sehen gesellschaftliche Vielfalt als Bedrohung. Sie sichern Macht, indem sie Menschen festlegen, Zugehörigkeit definieren und Abweichung markieren. Widerspruch stört. Ambivalenz erst recht. Kunst funktioniert anders. Sie umarmt Vielfalt. Sie fördert Offenheit, Menschlichkeit und den Willen, einander in unserer Unterschiedlichkeit mit Respekt zu begegnen. Kunst hält Widersprüche aus und macht sie sichtbar. Genau darin liegt ihre Kraft.

Saarbrücken ist in diesen Tagen ein Ort, an dem diese Kraft erfahrbar wird. Das Max Ophüls Filmfestival gilt als das bedeutendste deutschsprachige Nachwuchs-Filmfestival und findet in diesem Jahr bereits zum 47. Mal statt. Junge Filmschaffende stellen hier ihre Werke vor, kommen mit dem Publikum ins Gespräch, diskutieren, streiten, feiern. Kino als lebendiger Ort. Immer dann, wenn der Saal dunkel wird und das Licht der Leinwand über die Gesichter der Zuschauer flackert, passiert etwas, das außerhalb des Kinos selten geworden ist. Die eigene Perspektive tritt zurück. Für ein oder zwei Stunden lebt man mit Figuren, deren Erfahrungen nicht die eigenen sind, deren Zweifel, Herkunft oder Wünsche zunächst weit entfernt scheinen. Man versteht andere Lebensrealitäten, teilt ihre Konflikte, Hoffnungen und Brüche. Daraus entstehen Empathie und die Fähigkeit, differenziert zu urteilen.

Genau das macht Kino für autoritäre Systeme gefährlich. Filme zeigen Menschen nicht in abgeschlossenen Kategorien, sondern in Übergängen, im Unfertigen. Wer solche Geschichten sieht, lernt nicht Gefolgschaft, sondern Urteilskraft. Nicht Abgrenzung, sondern Mitgefühl. Autokratische Politik fürchtet genau das, weil es sich nicht steuern lässt. Kino entzieht sich der Kontrolle, indem es Menschlichkeit erfahrbar macht. Und darin liegt seine politische Bedeutung. Deshalb ist das MOP so wichtig. Und deshalb ist es richtig, dass das Land, die Landeshauptstadt und auch meine Fraktion dieses Festival fördern. Kultur ist kein Luxus. Sie ist Teil unserer demokratischen Infrastruktur. Wer Kultur schützt, schützt Offenheit. Wer Offenheit schützt, schützt Demokratie. Ich bin gespannt, wer heute Abend die MOP-Herzen gewinnt. Klar ist, dass diese blauen Herzen für Offenheit, Menschlichkeit und eine Gesellschaft stehen, die Vielfalt nicht fürchtet.

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