SPD-Landtagsfraktion schlägt zeitliche Obergrenze von Sprachnachrichten vor
Digitale Mündigkeit zeigt sich auch im kleinen Umgang miteinander. Dazu gehört die schlichte Einsicht, dass nicht jede Sprachnachricht automatisch schon ein Podcast werden muss.
Die SPD-Landtagsfraktion Saarland spricht sich für mehr Klarheit und Rücksicht in der digitalen Alltagskommunikation aus. Nach Auffassung der Fraktion braucht es gerade bei Sprachnachrichten einen vernünftigen Rahmen, der dem Alltag der Menschen eher entspricht als ausufernden Monologen mit unklarem Ziel. Künftig sollen Sprachnachrichten daher automatisch auf 59 Sekunden gesetzt werden. Alles, was darüber hinausgeht, soll nur noch mit bewusster Verlängerung und einem kurzen Hinweis auf den eigentlichen Gesprächsgegenstand versendet werden können.
Dazu erklärt Damhat Sisamci, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Saarland:
„Digitale Kommunikation soll den Alltag erleichtern und nicht unnötig verkomplizieren. Sprachnachrichten haben dabei selbstverständlich ihren Platz. Gleichzeitig erleben viele Menschen sehr regelmäßig, dass aus einer kurzen Mitteilung erst einmal eine längere Einleitung, dann ein hörbares Sortieren der Gedanken und am Ende eine eigentliche Aussage wird, die auch nach deutlich über einer Minute noch auf sich warten lässt. Das muss man nicht einfach hinnehmen.“
Aus Sicht der SPD-Fraktion ist das eine Frage des respektvollen Umgangs im digitalen Alltag. Wer etwas schnell mitteilen wolle, könne das in aller Regel auch in einer angemessenen Länge tun. Bei längeren Formaten müsse wenigstens früh erkennbar sein, worum es geht.
„Es ist keine unzumutbare Erwartung, dass der Kern einer Nachricht nicht erst nach mehreren Schleifen, Nebensätzen und Hintergrundgeräuschen erreicht wird“, so Sisamci weiter. „Wer bei Minute 2:43 zum Punkt kommt, bewegt sich erkennbar nicht mehr im Bereich der kurzen Sprachnachricht.“
Geprüft werden soll deshalb auch eine Kennzeichnungspflicht für verlängerte Audioformate. Denkbar wären Hinweise wie „Kernaussage folgt später“, „auch als Textnachricht möglich gewesen“ oder „inhaltlich ab Sekunde 41 relevant“.
„Digitale Mündigkeit zeigt sich auch im kleinen Umgang miteinander“, erklärt Sisamci. „Dazu gehört die schlichte Einsicht, dass nicht jede Sprachnachricht automatisch schon ein Podcast werden muss.“
Rückfragen zu dem Vorschlag nimmt die Fraktion morgen, 1. April, gerne entgegen. Vorzugsweise in Textform und in angemessener Länge.