
Holzner: PISA zeigt: Deutschland braucht mehr Bildungsgerechtigkeit
Zu den Ergebnissen der PISA-Studie erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Martina Holzner: „Die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen vor allem eines: Noch immer hängt der Bildungserfolg von Kindern zu sehr von der sozialen Herkunft ab. Das dürfen wir nicht hinnehmen.
Unser Anspruch ist, dass der Staat unterschiedliche Startbedingungen ausgleicht. Bildungsgerechtigkeit braucht gute Rahmenbedingungen. Deshalb setzten wir im Saarland dort an, wo Kinder und Familien konkret Unterstützung brauchen. Dazu gehören auch gute und gebührenfreie Bildung und Betreuung von Anfang an. Dass die Kitas im Saarland ab 2027 beitragsfrei sind, ist deshalb auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.
Dazu gehören darüber hinaus verlässliche Ganztagsangebote, ausreichend pädagogisches Personal, Schulsozialarbeit und individuelle Förderung. Mit unserem Schulbauprogramm investieren wir zugleich in moderne, gute Lernorte, denn gute Bildung braucht auch zeitgemäße Räume und eine Infrastruktur, in der Kinder gerne lernen und sich wohlfühlen. Mit dem Startchancen-Programm unterstützen wir darüber hinaus gezielt Schulen in herausfordernden sozialen Lagen. Entscheidend ist, dass jedes Kind – unabhängig vom Elternhaus – die Unterstützung und die Möglichkeiten bekommt, die es für einen guten Bildungsweg braucht.
Der Bildungserfolg eines Kindes darf nicht davon abhängen, wie viel Geld die Eltern verdienen oder welchen Bildungsabschluss sie haben. Jedes Kind soll die Unterstützung bekommen, die es braucht, um seine Fähigkeiten bestmöglich zu entwickeln. Deshalb ist positiv zu bewerten, dass sich laut PISA ein Großteil der Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule wohlfühlt. Daran können wir anknüpfen und mit guten Ganztagsschulen Lernorte schaffen, an denen Kinder gerne mehr Zeit verbringen.
Deshalb müssen wir die Ganztagsschulen weiter stärken. Sie sind für uns ein zentraler Schlüssel für mehr Bildungsgerechtigkeit und damit auch für mehr soziale Gerechtigkeit.
Bildungspolitik kann aber nicht allein auffangen, was durch Armut und soziale Ungleichheit entsteht. Deshalb gehört für uns der Kampf gegen Kinderarmut genauso zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Kinder brauchen gute Bildung, aber auch ein Zuhause, in dem das Geld für gesundes Essen, den Sportverein oder den Schulausflug reicht. Wer Kinderarmut bekämpft, verbessert auch Bildungschancen. Unser Ziel ist deshalb klar: Die Herkunft eines Kindes darf nicht über seine Zukunft entscheiden.“