David Maaß: "Wir haben kein Vertrauen mehr in dieses SLB-Präsidium!"
Das Missbrauchsverfahren im SLB ist nichts anderes als eine Chronik des Versagens. Im Raum stehen schwerwiegende Vorwürfe des seelischen Missbrauchs von Athletinnen.
Zur heutigen Anhörung im Innenausschuss des saarländischen Landtags über das PSG-Verfahren im Saarländischen Leichtathletik-Bund (SLB) erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, David Maaß:
„Das Missbrauchsverfahren im SLB ist nichts anderes als eine Chronik des Versagens. Im Raum stehen schwerwiegende Vorwürfe des seelischen Missbrauchs von Athletinnen. Doch niemand übernimmt Verantwortung, stattdessen herrschen Ausflüchte und Schweigen. Erst wurde das Verfahren voreilig eingestellt, dann nur durch unseren Druck und die öffentliche Berichterstattung wieder aufgenommen.
Und heute? Niemand vom SLB hatte den Mut, im Ausschuss Rede und Antwort zu stehen – nicht das Präsidium, nicht der Anwalt, auch die PSG-Beauftragte nicht. Damit verweigert der Verband jede Form der Verantwortung. Der in der vergangenen Woche erfolgte Rücktritt von Vizepräsident Adi Zaar, der die Einstellung des Verfahrens selbst mitgetragen hat, zeigt zusätzlich, wie tief die Krise im SLB mittlerweile reicht.
Eltern müssen sicher sein können, dass ihre Kinder im Sport in einem geschützten Umfeld trainieren können. Athletinnen und Athleten brauchen Sicherheit und Vereine brauchen Verlässlichkeit. Doch all das hat dieses Präsidium verspielt.
Wir erleben ein Präsidium, das Transparenz verweigert, die Öffentlichkeit täuscht und jede echte Aufklärung blockiert. Damit schützt dieses Präsidium nicht die Athletinnen, nicht die Eltern, nicht die Vereine – sondern einzig und allein sich selbst.
Der Fall reiht sich ein in ein größeres Muster, das mittlerweile bundesweit öffentlich diskutiert wird: Strukturen, die Machtmissbrauch begünstigen, und Verbände, die sich selbst kontrollieren, anstatt unabhängige Stellen einzubeziehen.
Wer so handelt, hat sich selbst disqualifiziert. Wir haben kein Vertrauen mehr in dieses SLB-Präsidium.“