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Christina Baltes
27. Mai 2026

Baltes: "Frauengesundheit darf kein blinder Fleck der Medizin bleiben"

Gute Gesundheitspolitik nimmt Unterschiede ernst, ohne Menschen auf Unterschiede zu reduzieren. Unser Ziel ist eine Medizin, die genauer hinschaut, schneller erkennt und besser behandelt.

Zum Internationalen Aktionstag für Frauengesundheit am 28. Mai erklärt Christina Baltes, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion im Saarländischen Landtag:

„Zu lange orientierte sich die Medizin fast ausschließlich am männlichen Körper. Das hat Folgen: Krankheiten werden bei Frauen später erkannt, Symptome falsch eingeordnet, Therapien nicht passgenau genug entwickelt. Frauengesundheit ist deshalb keine Nische, es geht um die Qualität unseres Gesundheitswesens insgesamt.“

Landtag stärkt geschlechtersensible Medizin

Der Internationale Aktionstag für Frauengesundheit macht darauf aufmerksam, dass Frauen in Forschung, Diagnostik, Prävention und Versorgung stärker berücksichtigt werden müssen. Für die SPD-Landtagsfraktion ist dieser Tag auch Anlass, auf die Fortschritte im Saarland hinzuweisen: Im März-Plenum hat der Saarländische Landtag den gemeinsamen Antrag von SPD- und CDU-Landtagsfraktion „Gemeinsam für mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen – Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin ganzheitlich stärken“ beschlossen.

Baltes weiter:

„Frauen können bei einem Herzinfarkt andere Symptome zeigen, Medikamente können anders wirken, Erkrankungen wie Endometriose werden noch immer viel zu häufig spät erkannt. Das sind keine abstrakten Fachfragen. Das betrifft die konkrete Versorgung von Patientinnen im Alltag – in der Arztpraxis, in der Klinik und in der Vorsorge.“

Mit dem Beschluss wurden zentrale Punkte auf den Weg gebracht: geschlechtersensible Medizin soll stärker im Gesundheitswesen verankert, frauenspezifische Erkrankungen besser erforscht, geschlechtsspezifische Unterschiede in Studium und Ausbildung stärker berücksichtigt und Prävention sowie Krebsfrüherkennung geschlechtergerechter weiterentwickelt werden.

Saarland mit starkem Forschungsstandort

Eine besondere Rolle spielt dabei das Centrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin an der Universität des Saarlandes und dem Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. Das seit 2023 aufgebaute Zentrum erforscht biologische und medizinische Unterschiede zwischen den Geschlechtern und entwickelt daraus neue Ansätze für Prävention, Diagnostik und Therapie.

„Das Saarland hat mit dem CGBM ein echtes Zukunftsprojekt. Hier wird sichtbar, wie aus politischer Schwerpunktsetzung und wissenschaftlicher Exzellenz konkrete Verbesserungen für Patientinnen entstehen können – etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Immunologie, Neurologie, Pharmakologie oder der Wirkung von Medikamenten“, so Baltes.

Gesundheitliche Chancengleichheit über alle Lebensphasen

Frauengesundheit ist zugleich ein Schwerpunkt der saarländischen Gleichstellungspolitik. Die Landesregierung hat sie als zentrales Handlungsfeld ihrer Gleichstellungsstrategie definiert. Für die SPD-Fraktion ist das wichtig, weil gesundheitliche Chancengleichheit über alle Lebensphasen hinweg gedacht werden muss – von Aufklärung und Prävention über Forschung und Ausbildung bis zur konkreten Versorgung.

Baltes abschließend:

„Gute Gesundheitspolitik nimmt Unterschiede ernst, ohne Menschen auf Unterschiede zu reduzieren. Unser Ziel ist eine Medizin, die genauer hinschaut, schneller erkennt und besser behandelt. Die große Endometriose-Anhörung im Landtag hat eindrücklich gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf bei Aufklärung, Diagnostik und Versorgung weiterhin ist. Im Saarland haben wir begonnen, Frauengesundheit strukturell stärker zu verankern. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter.“