100 Jahre Frauenwahlrecht

12.11.2018

Holzner und Döring: „Gleichberechtigung muss weiter vorangetrieben werden“


Martina Holzner und Pia Döring

Martina Holzner und Pia Döring


Es war ein Meilenstein in der Geschichte und ein besonderer Moment für das deutsche Parlament: Am 19. Februar 1919 hielt mit Marie Juchacz zum ersten Mal in Deutschland eine Frau eine Rede vor einem demokratisch gewählten Parlament. „Was heute selbstverständlich ist, war ein langer Kampf!“ sagen die frauenpolitischen Sprecherinnen der SPD-Landtagsfraktion Martina Holzner und Pia Döring. Am 12. November 1918 war die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts. Der Rat der Volksbeauftragten hob genau an diesem Tag vor 100 Jahren das Dreiklassenwahlrecht auf, sodass alle Frauen und Männer ab 21 Jahren wählen durften. Im Jahr 1919 konnten dann erstmals deutsche Frauen wählen und gewählt werden.

In der nächsten Plenarsitzung werden wir daher die Bedeutung dieser Errungenschaft nochmals hervorheben. Wir wollen nochmal verdeutlichen, dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern eine Frage der Gerechtigkeit ist und bleibt. Sie muss nicht nur rechtlich sondern auch gesellschaftlich umgesetzt werden. Hierzu gehört insbesondere die Repräsentation und verantwortliche Mitarbeit von Frauen in den Parlamenten auf allen politischen Ebenen“, meint Döring. Holzner ergänzt: „Frauen müssen ermutigt werden, sich politisch einzubringen und Ämter in der Politik zu übernehmen. Ich bin der Meinung, es ist sehr wichtig, dass sowohl Frauen als auch Männer in unseren Parlamenten vertreten sind, um die jeweiligen Themen spezifisch aus ihrer Sichtweise darzustellen.“

Beide frauenpolitischen Sprecherinnen sind sich einig, dass die Gleichberechtigung auch heute noch vorangetrieben werden muss: „Wir müssen noch in vielen Bereichen für eine Gleichberechtigung von Männern und Frauen kämpfen. Das ist zum Beispiel beim Thema Elternzeit, Führungspositionen in Unternehmen oder auch beim Thema Lohngleichheit der Fall. Die Problematik ist erkannt und setzt sich auch nach und nach im Bewusstsein fest. Handlungsstrategien, die auch nachhaltig wirken müssen noch intensiviert werden. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass in der Wirtschaft, bei den Sozialpartnern und insbesondere im öffentlichen Dienst gleichstellungspolitische Ziele intensiv verfolgt und die Gleichberechtigung umgesetzt werden.“



Kommentare zu dieser Meldung