Kinder malen Zukunft

02.04.2019

Kunst-Ausstellung zeigt Vorstellungen von Teilhabe


Dr. Magnus Jung

Dr. Magnus Jung

Kinder wuseln durch das Sitzungszimmer der SPD-Landtagsfraktion, nehmen die erwachsenen Gäste an die Hände, führen sie stolz zu ihren gemalten Bildern und erklären, warum sie das Motiv genauso aufs Papier gebracht haben. Bei der Eröffnung der Ausstellung „Kinder malen Zukunft“, ein Kooperationsprojekt der SPD-Landtagsfraktion und des Kinderhauses Malstatt, wurden rund 30 Bilder, gemalt von Kindern des Kinderhauses Malstatt im Alter von sechs bis zehn Jahren, gezeigt. Alle Mitglieder des Arbeitskreises Soziales der SPD-Fraktion waren zur Vernissage gekommen. Vor der Ausstellungseröffnung erhielten die Kinder mit ihren Eltern einen Einblick in den Plenarsaal und die Arbeit der Abgeordneten.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Dr. Magnus Jung, stv. Fraktionsvorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Schönberger,  Abteilungsleiter Bildung und Soziale Teilhabe und Carsten Freels, Leiter des Kinderhauses. Aber so richtig eröffnet war sie erst, als der Siebenjährige Abdull-Hasib in den Raum ruft: „Die Ausstellung ist eröffnet!“

„In den vergangenen Monaten hat die SPD-Landtagsfraktion einen Schwerpunkt beim Thema Armutsbekämpfung gesetzt und vor Ort das Gespräch gesucht. Dabei entstand gemeinsam mit dem Kinderhaus die Idee zur Ausstellung“,  erklärt Jung. „Für uns ist das eine Premiere, denn eine solche Ausstellung hatten wir in unseren Räumlichkeiten bisher noch nicht. Bei unseren Sitzungen sind nun Eure Bilder präsent und damit auch Eure Wünsche für die Zukunft“. Unter Anleitung von Carsten Freels haben die Kinder in einem Malprojekt als Radierung, Aquarell oder mit Acrylfarben ihre Ideen zum Thema Teilhabe verwirklicht. Der zehnjährige Brian zeigt eine Szene aus einem Kunst-Museum: Gerahmte Gemälde hängen an weißen Wänden, dunkler Parkettboden ist zu sehen. Neben dem Bild hängt ein Schild, darauf steht: „Ich interessiere mich für Kunst. Ich würde gerne in eine Ausstellung gehen. Das kostet aber zuviel.“ Die SPD-Abgeordneten Sebastian Thul und Jürgen Renner sprechen Brian darauf an, auch um eine Lösung dafür zu finden. „Wir werden schauen, wie wir dem Kinderhaus Malstatt einen Museumsbesuch ermöglichen können“, erklärt der bildungspolitische Sprecher Jürgen Renner anschließend. „Die Gespräche mit Eltern, Kindern und den Mitarbeitern der Diakonie sind für uns und unsere Arbeit sehr wichtig. Wir sehen, wo es hapert, wo wir unterstützen können und welche Wünsche wir vielleicht sogar direkt ermöglichen können.“  So können Abdrucke der Bilder gegen eine Spende erworben werden. Mit dieser Spende werden weitere Aktionen im Kinderhaus Malstatt ermöglicht.

Nicht nur Kunstaktionen werden vom Kinderhaus Malstatt durchgeführt. Es ist auch Anlaufstelle für Kinder und ihre Eltern und aufgrund ihrer zentralen Lage im unteren Malstatt sehr gut erreichbar. Es wird täglich von ca. 30 Kindern und einigen Eltern besucht. Die Kinder werden in allen Lebenslagen unterstützt und bestmöglich nach den Erkenntnissen der Resilienzforschung gefördert. Sie sind willkommen, finden immer ein „offenes Ohr“ für ihre Sorgen, können Spiel- und Sportgeräte ausleihen oder sich einfach nur ausruhen. Die Eltern erhalten Auskünfte, Tipps und Hinweise und auf Wunsch unkompliziert Rat in Erziehungs- und Lebensfragen. Das Kinderhaus wird vom Regionalverband, aber auch aus Spenden und kirchlichen Mitteln finanziert. 



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