Flexibilisierung ist das Stichwort

27.09.2017

Eugen Roth: „Beteiligung der Belegschaft bei Arbeitszeitmodellen unabdingbar“


Eugen Roth

Eugen Roth

„Flexibilisierung ist das Stichwort wenn es um Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Verhältnis zu Arbeitszeit geht. Im Saarland arbeiten Beschäftigte im Bundesvergleich bereits weit überdurchschnittlich im Schichtbetrieb. Für diese Beschäftigten muss das beste Schichtsystem bzw. den Aufgaben und den sie erledigenden Beschäftigten entgegenkommendsten Arbeitszeitmodelle gefunden und tarifverträglich vereinbart werden“, erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Eugen Roth mit Blick auf die AK-Fakten zur Beschäftigung im Saarland und zur AK-Konferenz „Gesundes Arbeiten“.

Psychische Belastung sowie hohe Krankenstände und Fehlzeiten werden durch einen ausgeglichenen Arbeitsalltag zwischen Privatleben und Beruf vermieden. „Die Beschäftigten selbst wissen am besten, wie ein ausgeglichener Arbeitsalltag für sie aussieht. Deswegen ist es unentbehrlich diese entsprechend zu beteiligen und über „ihr“ Schichtsystem mitbestimmen zu lassen“, sagt Roth und meint weiter: „Dabei dürfen zumindest nicht vorrangig Ersparnisgründe im Vordergrund stehen. Verantwortliche Führungspersonen in Betrieben müssen ihre Schichten personell mit „Brutto Plus“ planen, damit es nicht systemisch und andauernd zu Überlastungen kommt, wenn Kolleginnen und Kollegen etwa wegen Krankheit ausfallen.“ Hier müsse eine kleine Personalreserve eingeplant werden. „Die Arbeitskammer und die IGMetall im Saarland sind bereits auf dem richtigen Weg, informieren über bessere Mitbestimmung und flexiblere Arbeitszeitmodelle. Sie sprechen auch mit den „richtigen“ Experten darüber, nämlich den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.“

Nicht jeder sei auch zur gleichen Zeit leistungsfähig. Das müsse ebenfalls bei den Belegschaftsmitgliedern analysiert und berücksichtig werden, da dies direkte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Unfallhäufigkeit haben kann, sagt Roth. „Auflaufende Schlafdefizite durch Nacht- oder Frühschichten können gesundheitliche Auswirkungen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und damit auch auf die Leistungsfähigkeit und Konzentration bei der Arbeit haben. „Am Ende geht es bei dem Thema Arbeitszeit auch immer um selbstbestimmte Arbeitszeit“, sagt Roth. „Was kann ich und was will ich bei der Arbeitszeit leisten: Vollzeit, Teilzeit, flexible Modelle und auch im Fall der Schichtarbeit Teilzeit mit Rückkehrrecht im Schichtbetrieb.“

Mit der zunehmenden Digitalisierung wird die Diskussion um flexiblere Arbeitszeiten und Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer mehr in den Vordergrund rücken. „Ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement sollte daher Bestandteil einer jeden Unternehmenskultur sein. Ebenso wie ein gutes Zusammenwirken von Unternehmen und Beschäftigten. Mit einer funktionierenden Unternehmenspolitik der Beteiligung und Mitbestimmung auf allen Ebenen profitieren nicht nur die Beschäftigten sondern auch die Unternehmen“, sagt Roth.



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