EU-Roaming gilt automatisch und nicht erst nach Umstellung durch Kunden

07.08.2017

Ries: „Solche Verstöße sollten in Zukunft geahndet werden“


Isolde Ries

Isolde Ries

Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Isolde Ries schließt sich der Kritik des Verbraucherzentrale Bundesverband zur aktuellen Roaming-Praxis an und fordert, dass Tricksereien bei Roaming-Gebühren geahndet werden müssen. „Die Roaming-Gebühren sind abgeschafft und das gilt automatisch. Nicht erst, wenn Verbraucher im Ausland ihren Tarif proaktiv umstellen müssen.“

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat nun eine Klage angekündigt gegen einen großen Telekommunikationsanbieter, der seine Kunden erst vom Wegfall der Gebühren profitieren lässt, wenn sie zuvor eine SMS an den Anbieter schicken. „Dieses Verhalten ist absolut inakzeptabel und führt dazu, dass bei manch einem nach dem Urlaub mit der Handyrechnung das böse Erwachen kommt. EU-Roaming gilt automatisch und nicht erst, wenn der Verbraucher seinen Anbieter um den Wegfall der Gebühren bittet. Ich hoffe, dass die Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zu Gunsten der Verbraucher ausgeht und sie ihr Handy im Ausland sicher nutzen können“, sagt Ries. „Solche Verstöße sollten in Zukunft geahndet werden, damit sich die Anbieter zum Nachteil der Verbraucher nicht weiter über die EU-Regelungen hinwegsetzen.“

Verbraucher-Expertin Ries warnt vor immer neuen Tricks, mit denen die Telefonanbieter das EU-Roaming umgehen wollen: „Nach den Kreuzfahrt-Tarifen und schleichenden Gebührenerhöhungen versuchen manche Anbieter nun eine Unterscheidung zwischen nationalen Tarifen, bei denen im Ausland die Sim-Karte gar nicht mehr funktioniert, und internationalen Tarifen. Kunden sollten ihre Verträge und Rechnung daher genau im Auge behalten und bei den kleinsten Anzeichen reklamieren. Nur so lassen sich die Fallen der Telefonanbieter entlarven.“



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