Auch Menschen mit krankmachenden Hüftgelenken mussten bereits Ähnliches erleiden. Wir brauchen endlich eine durchgreifende Reform des Medizinproduktegesetzes und einen besseren Patientenschutz“ fordert die Abgeordnete der SPD-Landtagsfraktion, Isolde Ries.
Es reiche nicht aus, wie es die Bundesregierung plane, nur stärker auf unangemeldete Kontrollen zu setzen. Ries: „Gefährliche Brustimplantate und andere risikoreiche Medizinprodukte müssen künftig bereits durch eine harte Zulassungsprüfung aussortiert werden. Sie dürfen gar nicht erst in Arztpraxen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen.“
Unangemeldete Kontrollen seien nur ein kleiner Teilaspekt, dienten aber nicht ausreichend dem Patientenschutz, kritisiert Ries die mangelnde Sensibilität der Bundesregierung.
Ries fordert eine gründliche Reform des Medizinproduktegesetzes.
Wichtig seien hierbei:
1. Die bundesweite, verpflichtende Einführung eines Medizinprodukte-Registers, um schadhafte Medizinprodukte besser aufzuspüren und um Patientinnen und Patienten schneller helfen zu können.
2. Vor jeder Zulassung von Medizinprodukten muss eine harte Prüfung auf Qualität, Sicherheit und Nutzen für die Patientinnen und Patienten stehen.
„Beispielsweise sind in den USA die Zulassungsbedingungen für Medizinprodukte bedeutend höher als in Deutschland. Diese Standards fordern wir auch für Deutschland und Europa zum Schutz der Patienten ein. Patientinnen und Patienten müssen künftig auch in Deutschland darauf vertrauen können, dass ihnen kein Hüftgelenk, Brustimplantat oder Stent eingesetzt wird, ohne dass vorher in aussagefähigen Studien Nutzen und Sicherheit nachgewiesen wurden. Es muss auch klar sein, dass der Nutzen für die Patientinnen und Patienten die medizinischen Risiken überwiegt“, fordert Ries.


