Nach der heutigen Sachdarstellung der Betroffenen Dr. Ralph Melcher und Gerd Marx im saarländischen Landtag erklärt der Obmann Reinhold Jost: „Offensichtlich sind Herr Dr. Melcher und Herr Marx nicht bereit, die Sündenbock-Rolle für die Verfehlungen und Kostenentwicklungen rund um den IV. Pavillon zu übernehmen. Nach Aussagen der beiden Betroffenen waren die Landesregierung und die politisch Verantwortlichen jederzeit über den tatsächlichen Kostenstand bezüglich des Projekts IV. Pavillon durch das Planungsbüro informiert.“
Nach Aussage von Ex-Projektsteuerer Marx beliefen sich die tatsächlichen Kosten des ursprünglich mit 9 Mio. Euro ausgeschriebenen IV. Pavillons im März 2009 bereits auf 25 Mio. Euro. Seiner Meinung nach wäre das Projekt damals – knapp fünf Monate vor dem Spatenstich – ohne größere Kosten noch zu stoppen gewesen.
„Diese Einlassungen von Melcher und Marx heute haben erneut deutlich gemacht, dass die politisch Verantwortlichen - namentlich die ehemaligen Kultusminister Schreier und Rauber sowie die heutige Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer - nach dem Motto ‚Augen-zu-und-durch‘ gehandelt haben. Der CDU-Landesregierung war offensichtlich ein öffentlichkeitswirksamer Spatenstich kurz vor der Landtagwahl 2009 wichtiger als ein solide finanziertes und den Rahmenbedingungen des Landes angemessenes Projekt.“
Das Versteckspiel der politisch Verantwortlichen sei nunmehr vorbei. In den kommenden Sitzungen des Untersuchungsausschusse am 6. und 13. März müsse Frau Kramp-Karrenbauer Farbe bekennen und ihre politische Verantwortung anhand der Fragen, wann sie über die tatsächlichen Kosten Bescheid wusste, beantworten.


