(06.07.10) „Es kommt einem Offenbarungseid gleich, wenn der Staat zukünftig Nachhilfeunterricht für arme Kinder bezahlen will. Staatliche Bildungspolitik auf diese Weise mehr und mehr zu privatisieren, ist eine gesellschaftspolitische Bankrotterklärung.“ Mit diesen Worten reagiert der bildungspolitische Sprecher, Ulrich Commerçon, auf Pläne von Bundesministerin von der Leyen, Bildungsgutscheine für sozial benachteiligte Kinder einzuführen, mit denen unter anderem die Teilnahme am Nachhilfeunterricht ermöglicht werden soll.
Statt Gutscheine auszustellen, müssen wir uns um die Verbesserung der Qualität an den Schulen und ein Ende der sozialen Auslesen kümmern. Der Bildungserfolg unserer Schülerinnen und Schüler darf nicht vom Geldbeutel ihrer Eltern abhängig sein. „Es ist bedauerlich, dass wir seit Jahren, Jahrzehnten immer wieder ein und denselben Satz sagen bzw. hören müssen: Nirgends in Europa ist der Schulerfolg so stark von der sozialen Herkunft der Kinder abhängig wie in Deutschland“, so der SPD-Politiker verärgert. „Der Bund sollte stattdessen den Ländern das notwendige Geld zur Verfügung stellen, um das dramatisch unterfinanzierte Bildungssystem auf Vordermann zu bringen. Statt eines weiteren Rumfummelns am bundesrepublikanischen Flickenteppich muss das durch die Föderalismusreform verhängte Kooperationsverbot aus dem Grundgesetz wieder gestrichen werden.“